Suitpairing: Black Hawk

Ein kleiner Beitrag über einen großartigen Drink und das Aufräumen mit antiquierte Stereotypen

Der Black Hawk ist relativ unbekannt. Erstmalig erwähnt wurde er im Jahre 1908, läßt sich aber keinem bedeutenden Barkeeper*in aus dieser Zeit zuordnen. Auch bei der Namensgebung tappt man weitestgehens im Dunklen. Ob der Greifvogel, ein*e Indianer*in oder ein Fluß Pate standen, ist nicht überliefert.

Gesichert ist nur die Rezeptur, die sich in den all den Jahren nicht verändert hat. Rye Whiskey und Sloe Gin werden zu gleichen Teile kalt gerührt. Wer mag, garniert den Drink noch mit einer Kirsche – that’s it.

Eigentlich gibt es also über den Cocktail gar nicht so viel zu schreiben. Es gibt nur zwei Zutaten und geschichtlich kann man auch wenig berichten. Aber ich sehe in dem Drink eine ziemliche Symbolkraft, um einmal auf ein paar Genderissues am Tresen hinzuweisen.

Whiskey gilt in der allgemeinen Wahrnehmung als Männergetränk, Sloe Gin, also Schlehenlikör auf Ginbasis, wird wie alle Fruchtliköre als etwas süßes, weibliches angesehen. Ist natürlich absoluter Blödsinn, aber achten Sie mal auf Werbemotive oder erinnern sie sich an Omas Kaffeekränzchen. Da stand nie ’ne Flasche Bourbon, aber so ein edles Kirschwasser war durchaus beliebt.

Das mit den Geschlechterrollen an der Bar ist oft so eine Sache. Ein paar Bespiele:

- sitzt ein Mann allein am Tresen und trink, belohnt er sich  für getane Arbeit, sucht Ablenkung vom Alltag oder trinkt einen über den Durst, weil er etwas verarbeiten muss (Trennung/Arbeit/....)
- einer Frau alleine an der Bar wird oftmals unterstellt, sie sei auf Kontaktsuche, ob mit oder ohne wirtschaftlichem Hintergrund und wenn sie trinkt, vielleicht sogar betrunken ist, erntet sie im hamlosesten Fall noch mitleidige Blicke
- Frauen im Service oder hinter der Bar werden häufig als Freiwild angesehen, da kommen die dämlichsten Kommentare, wobei der Grad der Dummheit exponentiell mit Gruppengröße und Alkoholkonsum steigt
- es gibt wirklich Männer die bestellen bestimmte Drinks nicht, weil sie ihrer Meinung nach in einem zu weiblichen Glas serviert werden. Gemeint ist hier die Coupette, also eine langstielige Schale, ähnlich einer Champagnerschale oder einem Martiniglas. Auch der Hinweis, daß diese Art des Glases an die weibliche Brust erinnern soll ( es gibt wohl auch ein Modell, daß dem Busen von Kate Moss nachempfunden wurde), hilft bei diesen Zeitgenossen wenig.


Meine Kolleg*innen könnten diese Liste sicher noch weiter führen. Ich möchte nur ein wenig zum Nachdenken anregen. Vielleicht bei einem guten Drink, ob daheim oder bald wieder in der Lieblingsbar. Wir haben 2021 und viele Baustellen. Gender sollte keine mehr davon sein.

Beim Suitpairing, basierend auf den Black Hawk, habe ich mich darum auf einen Mix aus sogenannten vermeintlichen „maskulinen“ und „femininen“ Elementen fokussiert.

Hemd: Linus

Krawatte: Hugo (Vintage über Rudolf Beaufays)

Rock: HEL

Strümpfe: Burlington

Schuhe: Heinrich Dinkelacker

Uhr: Oris

Uhr: Oris

Tattoos: Atelier Tietchen und Kool Tattoo

Jacke: G-Lab

Hose: Givn Berlin

Headpiece: Haubenpieper über Hut Falkenhagen

Ring: Atelier Patrik Muff

Shirt: HEL

Hose: 10days

Schuhe : Crocs

Kleid: Givn Berlin

Hut: Brixton über Hut Falkenhagen

Triangolo mit Fransen: Antonia Zander

Lederhose und Gürtel: Mister B.

Boots: Wesco

Anhänger: Atelier Patrik Muff

Kette: privat

Hemd: Edward Copper

Hose: Atelier Gardeur

Schuhe: privat

Cardigan: S.Oliver Black Label

Anhänger: Atelier Patrik Muff

Kette: privat

Cardigan: S.Oliver Black Label

Anhänger: Atelier Patrik Muff

Kette: privat

Lederjacke: Heinz Bauer Manufakt

Tutu: privat

Socken: Two Schmucks Merch

Schuhe: Dr. Martens

Cocktailbild und Support: Bar Vademecum

Outfit-Bilder: Benny Ulrich

Inspiration, Love and Respect: Riccardo Simonetti, Mr. Tricki, Mark Bryan, Marc Jacobs, Billy Porter and Barbie Breakout

2 Replies to “Suitpairing: Black Hawk”

  1. 2
    Miriam

    Großartiger Text. Großartige Looks. Ich möchte auf der Stelle allein an der Bar sitzen und mich über mitleidige Blicke amüsieren …

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